Das Aktionsbündnis Gera gegen Rechts zieht nach den Ereignissen des 10. Juli in Gera eine positive Bilanz seiner Arbeit.
In der relativ kurzen Zeit seit der Gründung im Februar 2010 fanden sich viele engagierte Bürger aus verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen aus Gera und Umgebung zur Vorbereitung der Maßnahmen gegen das Nazi-Konzert zusammen. Es entstand eine aktuelle Internetpräsenz mit zuletzt enormen Zugriffszahlen. Der Aufruf gegen das Nazi-Konzert wurde von mehr als 850 Menschen und Institutionen unterschrieben. Im Vergleich mit den Aktionen vor einem Jahr kamen mehr Menschen aus Gera zu den Protestaktionen und es gab eine wesentlich größere Medienpräsenz.
Auch wenn die Propagandaveranstaltung nicht verhindert werden konnten, kam es vor allem Dank der umfangreichen und entschiedenen Unterstützung durch andere Gruppen und Personen aus verschiedenen Teilen Thüringens und anderen Bundesländern zu friedlichen aber ausgesprochen wirkungsvollen Zeichen des Protestes.
Die zahlreichen Aktionen und insbesondere die friedlichen Sitzblockaden als legitimes Mittel des Widerstandes haben gezeigt, dass ein breites zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechts Erfolg hat.
Wir begrüßen das in wesentlichen Punkten kooperative Verhalten der Polizei und bedauern, dass diese durch das fehlende NPD-Verbot zum Schutz von Nazi-Veranstaltungen verpflichtet ist. Laut Polizeiangaben waren weit weniger als 800 Neonazis in Gera, die die Spielwiese zur nationalbefreiten Zone erklärt haben. Trotz extremer Hitze überstieg die Zahl der Demonstranten deutlich die der Neonazis.
Das Aktionsbündnis bittet alle Einwohner Geras, sich der geschichtlichen Verantwortung bewusst zu werden und sich in Zukunft gemeinsam mit uns noch deutlicher gegen die braune Hetze zu stellen.
Wir danken ausdrücklich allen an den Aktionen Beteiligten für ihr großes Engagement. Ganz besonderer Dank gilt:
- den auswärtigen Aktionsteilnehmern
- den Versammlungsleitern und Ordnungshelfern der Versammlungen
- den Medien für die umfangreiche Information und Berichterstattung
- dem Oberbürgermeister Geras für seine klare und entschiedene Haltung
- Herrn Pfarrer Kleim für die Unterstützung unserer Arbeit und seine klaren Worte
- den unterstützenden Parteien, Verbänden und Organisationen
Das Aktionsbündnis Gera gegen Rechts hält eine umfangreiche Aufklärung und gesellschaftliche Diskussion über die Gefahren der Nazi-Ideologie, über die Lehren aus der deutschen Geschichte, über die gesellschaftliche Situation und braunes Gedankengut in Gera für dringend erforderlich. Wir erwarten vor allem auch Interesse und Kooperationsbereitschaft von Schulen, Schulleitern und Lehrern.