Gera, 21.09. von 17:30 bis 21:00 am Museumsplatz

„Unsere Alternative ist Solidarität“

Solidarisches Miteinander ist ein Grundstein unserer Gesellschaft. Aus christlichen Werten entstanden und tief verankert im Grundgesetz spiegeln unsere Traditionen und Bräuche, die Gesetze und das gesellschaftliche Leben diesen Grundwert wieder.

Und doch wird der Begriff vermehrt missbraucht. Aus Solidarität für die einen wird Hass auf die anderen. Das Mitgefühl der Menschen wurde benutzt, um Feindbilder zu schaffen, die durch Herkunft, Beruf oder aufgrund einer politischen Meinung keine Solidarität erfahren sollen.

Auf sogenannten „Trauermärschen“ wurde aufgerufen, Andersdenkende, Journalisten, Politiker und Ausländer zu Hause zu besuchen und ihnen mit Gewalt zu begegnen, vom „Schaf zum Wolf zu werden und die anderen zu zerreißen“. Ein Wunsch eines Redners war es, die Journalisten nach der Machtübernahme in „dunklen Kellern“ zu sehen.

Am Freitag den 21. September rufen diese gewaltbereiten Menschen, organisiert in der rechtsnationalistischen THÜGIDA ihre Anhängerschaft nach Gera um diesen Hass weiter zu schüren. Um unter dem Deckmantel von Mitgefühl und Solidarität Zwietracht zu säen und durch das Instrumentalisieren von Gewalttaten auf Eskalation zu setzen und an den Grundfesten unserer Gesellschaft zu rütteln. Und um den Menschen zu vermitteln, dass Aggressionen, Hitlergrüße und übelste Beleidigungen in unserer Gesellschaft kein Problem darstellen.

Dieses Vorhaben darf nicht unterstützt werden! Geben Sie diesen Menschen keine Macht durch Ihre Anwesenheit. Zeigen Sie diesen Menschen, dass all diese Dinge keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.

Wir wollen ein Zeichen für ein friedliches, solidarisches und gerechtes Miteinander, einen verständnisvollen Umgang und die gemeinsame Lösung aufkommender Konflikte setzen. Wir wollen kein „Wir gegen die“, wir verurteilen jede Form von Gewalt. Und wir stehen dafür, dass Gewalt keine Antwort sein kann und niemals eine Lösung ist.

Wir sehen die großen und kleinen Probleme im alltäglichen Zusammenleben und bemühen uns redlich, diese zu bewältigen. Das geht nur miteinander nicht gegeneinander. Hass und Gewalt lösen keine Probleme, sie gebären lediglich neue Probleme, neue Gewalt und noch mehr Hass.

Wir wissen, dass Menschen die auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung oder Hunger zu uns kommen, auf eine friedliche Lebensperspektive mit uns und unter uns hoffen und wir erinnern uns sehr genau daran, dass vor nicht allzu langer Zeit Freunde und Verwandte unsere Heimat verlassen haben, in der Hoffnung auf ein freies besseres Leben.

Wir treten dafür ein, Fluchtursachen weltweit zu bekämpfen, weil wir davon überzeugt sind, dass alle Menschen gern friedlich in ihrer Heimat leben wollen. Solange Ihnen dies verwehrt bleibt wollen wir zumindest ein Beispiel dafür geben, dass ein friedliches Miteinander über die Grenzen von Kulturkreisen hinweg möglich ist.

Wir geben dem Hass keine Chance.
Wir stehen zusammen.